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Per Eisenbahn nach Tibet

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Mittwoch, 25. Juni 2008

Bis 2006 war Peru das Land, das die höchstgelegene Eisenbahnlinie der Welt betrieb. Jetzt ist es China. In den 50er Jahren von Mao Tse Tung angedacht, in den 70ern begonnen, 2001 wieder aufgegeriffen, wurde der Tibet-Express im Sommer 2006 durch die Vollendung des Teilstückes zwischen Golmud (Provinz Qinghai) und der tibetischen Hauptstadt Lhasa Realität. Die knapp 1150 km lange Etappe mit 7 Tunneln und 286 Brücken (12 Std. Fahrt) wurde im ersten Betriebsjahr von circa 1.5 Millionen Passagieren benutzt. Luftlinen sahen sich mittlerweile gezwungen, ihre Preise zu reduzieren, zum Teil um über 50%.

Für die komplette Strecke zwischen Peking und Lhasa (weitere Startpunkte sind Shanghai, Kanton) braucht der Tibet Express 48 Stunden. 380 Yuan (35 Euro) kostet das billigste Ticket, ein Schlafplatz  das Doppelte. Für Touristen gibt es Spezialzüge mit Flachbildschirmen und Panoramafenstern, mit Preisen bis in zu 1000 US Dollar pro Tag. Touristenhotels  entlang der Strecke sind in Planung.



Etwa die Häfte der knapp 2000 km langen Qinghai-Etappe,  die von Xining in Westchina durch die Kunlun und Tanggula Gebirge führt, liegt über 4000 m. Der höchste Punkt liegt bei 5072 Metern, also 255 m höher als der bisherige Rekordhalter, die peruanische Andenbahn. Die Haltestelle Tanggula auf 5068 Metern geht damit als neuer höchster Bahnhof der Welt ins Guiness Buch der Rekorde ein.

Da in derartigen Höhenlagen der Sauerstoffgehalt der Luft auf die Häflfte sinkt, sind die von dem kanadischen Hersteller Bombardier entworfenen Züge druckisoliert und mit Sauerstoffanlagen ausgerüstet. Die neue Bahnverbindung soll neben Touristen und Händlern auch von chinesischen Siedlern genuzt werden. Befürworter der Strecke heben die  Vorteile für das unterentwickelte und arme Westtibet hervor. Exil-Tibetern dagegen ist das Projekt, das mehr gekostet hat als China in den vergangenen 50 Jahren zusammengerechnet in Schulen und Krankenhäuser in Tibet gesteckt hat, nicht geheuer.
Manche befürchten, die Regierung habe es auf die tibetischen Bodenschätze abgesehen. Bis  2020 will China weitere 10.000 km Zugstrecken fertigstellen, davon 2,000 km Hochgeschwindkeits-Trassen, unter andrem für die Strecke Peking-Shanghai.