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Der britische Historiker A.J. Toynbee sagte über die Philippinen, sie seien in Wirklichkeit ein "in Asien angespültes Stück Lateinamerika". Anspielen wollte er damit auf die Tatsache, dass der Inselstaat zwischen Vietnam und dem südchineschen Meer durch die Kolonialzeit kulturell tiefgreifender transformiert wurde als seine Nachbarn. Dies beginnt schon mit dem Namen, ein Andenken an König Philipp II. von Spanien, unter dessen Herrschaft der 7000 Inseln zählende Archipel im 16. Jahrhundert geriet. Iberische Einflüsse sind deswegen präsent in Familiennamen, Speisen, Folklore, verschmolzen mit einem ethnisch intakten austronesischem Kern. Was die Religion angeht, ist dies am deutlichsten spürbar: 90% aller Filipinos sind Christen oder stark christlich beeinflusst. Zwischen 1898 und 1946 gingen die Philippinen an die USA und wurden englischsprachig, was sie bis heute blieben. Diese unterschiedlichen und sehr spezifischen Einflüsse, abgerundet durch regionale Elemente aus China und Indonesien, machen die heutige philippinische Kultur zu einer einzigartigen Mischung von westlichen und östlichen Traditionen.
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